Doppelalbum: „Tribute To Juan Carlos Cáceres“ (Felmay/Galileo)

Das Collectif Tango Negro Ensemble besteht aus über dreissig Musiker:innen, welche folgende Instrumente spielen: Perkussion, Violine, Bass, Gitarre, Akkordeon, Bandoneon, Vibraphon, Trompete, Klarinette, Saxophon, Schlagzeug, Piano, Flöte, Cello, Gesang und Chorgesang. Natürlich spielen nicht immer alle miteinander, da gibt es Stücke im Trio, Quartett, Quintett und in grösseren Formationen. Die Besetzung ist international, von Argentinien bis Italien. Juan Carlos Càceres (1936 bis 2015) erforschte die Kultur der Afrikaner in Südamerika und ihre Einflüsse auf Geschichten und Musik, im Speziellen den Tango. Da sind die Rhythmen Candombe, Milonga und Murgas, welche die Wurzeln in der afrikanischen Musik haben. Juan Carlos Càceres liess sich auch vom Jazz verführen, so widerspiegelt diese Musik die afrikanischen Wurzeln des Tangos und die Einflüsse des Jazz. Die Aufnahmen entstanden in Argentinien, Spanien, Frankreich, Italien, Portugal und der Türkei zwischen 2020 und 2023. Nun kann man diesen wundervollen, melancholischen und auch mitreissenden Melodien lauschen, mal instrumental, mal gesungen. Es ist kein Bandoneon-Album, da übernimmt die Trompete, das Vibraphon oder ein anderes Instrument den Lead und das Bandoneon oder Akkordeon ist gar nicht im Ensemble. Natürlich kommt auch das Bandoneon zum Zuge. Als zweitletztes Stück ertönt dann „Bella Ciao“ im beschwingten Rhythmus. Was hier gespielt wird, kann man kaum beschreiben, es ist so vielseitig und einmalig. Einfach hören ist mein Tipp.
Fredi Hallauer